Insektenhotel

Insektenhotel

Artenvielfalt unterstützen - Hotelbesitzer werden


Unter diesem Thema stand in diesem Jahr der Jugend-Zukunfts-Tag im UFZ-Schülerlabor.

Gerade in Großstädten gelangen Insekten bei der Wohnungssuche schnell an ihre Grenzen. Als ungeliebte Untermieter verkannt werden deren Möglichkeiten einer normalen Familienplanung immer stärker eingeschränkt. In jedem Supermarkt finden wir unendlich viele Angebote, mit deren Hilfe sich der moderne Mensch gegen diese "füchterlichen Killer" wehren soll. Doch gerade Insekten sind es, die eine unverzichtbare Rolle in einem funktionierenden Ökosystem spielen. Ohne die tägliche Leistung dieser Lebewesen würde unsere Welt nicht mehr so funktionieren wie wir es kennen und für unser Leben brauchen.

Um die Bemühungen um den Erhalt des Artenreichtums der heimischen Insekten zu unterstützen, bauten an diesem Tag viele fleißige Hände große und kleine Insektenhotels.

Aktueller Artenschutz-Report des BfN (Bundesamt für Naturschutz)


Entstehung des Insektenhotels am UFZ

Innerhalb weniger Stunden schafften es die Mädchen und Jungen vom diesjährigen Jugend-Zukunfts-Tag, Insekten in der Innenstadt von Leipzig eine neue Bleibe zu errichten. Das Insektenhotel "Zur Artenvielfalt".

Nebenbei entstanden zusätzlich kleine Insektenmotels für den Balkon zu Hause.


Jetzt hoffen alle Beteiligten, dass die Hotelzimmer schnell von Insekten aller Arten gefüllt werden.  > Weiter bei "Wer wohnt wo?"

 Wer wohnt wo in einem Insektenhotel?

In dem Maße, wie der Lebensraum der Menschen wächst, wird der von anderen Lebewesen eingeschränkt. Der Habitatsmangel ist eine maßgebende Ursache für das Verschwinden vieler Arten. Dagegen soll ein Insektenhotel zumindest einen kleinen Teil ersetzten. Der menschliche Eingriff in die Natur hat in den letzten Jahrhunderten stark zugenommen. So werden z.B. Grünflächen besiedelt, Felder mit Pestiziden behandelt, Gewässer begradigt oder trockengelegt. Teilweise ist der Ordnungswahn des Menschen tödlicher als jede Umweltkatastrophe. Seine Eingriffe führen unter anderem dazu, dass viele natürliche Lebensräume wie z.B. Lehmhänge oder Totholz nur noch selten vorhanden sind. Mit dem Lebensraum verschwinden aber auch die dort lebenden Insekten.

Ein Insektenhotel soll zumindest einen kleinen Teil des verlorenen Lebensraums ersetzten. Arten, die durch ein Insektenhotel gefördert werden sind meist für uns sehr wertvoll, da sie das Ökosystem vielerorts gut ergänzen, indem sie darin als Fraßfeinde von Pflanzenschädlingen und als Bestäuber auftreten.

Insektenhotels sind ein kleiner, bescheidener, lokaler Versuch gegen das Artensterben anzugehen.


Wildbienen

In Deutschland gibt es neben unserer Honigbiene, die als wildes Haustier gehalten wird, noch fast 500 weitere Arten. Die bekannteste ist vielleicht die Rote Mauerbiene. Aber auch andere, wie die Sandbiene, die Wollbiene oder die Mörtelbiene sind dem Einen oder Anderen schon aufgefallen. Diese Wildbienen lieben Löcher in trockenem Altholz, Lehm oder hohle oder markhaltige Schilf-, Holunder- oder Brombeerstengel.

Wildbiene mit Bruthöhle
Wildbiene mit Bruthöhle


Marienkäfer

Marienkäfer fressen Schädlinge, wie Wanzen, Blattläuse, Milben, Schildläuse und deren Larven. Ein einzelner Marienkäfer schafft 40 - 50 Blattläuse pro Tag. Seine Larve während ihrer Entwicklung sogar das 70-fache. Finden die Marienkäfer einen Unterschlupf, wie Holzspäne, Holzwolle und Kiefernzapfen legen sie auch dort ihre Eier ab und können so doppelt gegen Blattlausbefall auf Zier- und Nutzpflanzen vorgehen. Zum Überwintern finden sie sich in kleinen Gruppen unter Laub, Holz oder Moos zusammen. In unseren Breiten vermehren sich die Marienkäfer bis zu zweimal pro Jahr. Die zweite Generation schlüpft von Ende Juni bis August.

Holz und Kiefernzapfen als Unterschlupf für Marienkäfer, Florfliegen, Ameisen und Käfer
Holz und Kiefernzapfen als Unterschlupf für Marienkäfer, Florfliegen, Ameisen und Käfer


Schmetterlinge

Schmetterlinge lieben schmale Nischen und Hohlräume, in denen sie geschützt sind vor Wind, Wetter und Fressfeinden. Dort können sie Kälte und Regen überleben und teilweise sogar als ausgewachsener Falter überwintern. Diese Überwinterungsstrategie nutzen von den ca. 180 in Deutschland heimischen Tagfaltern nur sechs Arten. Der bekannteste ist wohl der Zitronenfalter. Auch das Tagpfauenauge, der C-Falter, der Trauermantel und Großer Fuchs und Kleiner Fuchs sind Falterüberwinterer. Diese können teilweise schon an warmen Tagen im Februar oder März gesichtet werden, wenn sie über den Schnee fliegen. In den Kälteverstecken sollten Gelegenheiten zum Festklammern vorhanden sein, wie kleine Ästchen oder Strohhalme. Natürlich sollte auch die Umgebung der Insekten- oder Schmetterlingshäuser schmetterlingsfreundlich sein. Schmetterlingspflanzen sind für die Entwicklung der Raupen und erwachsenen Schmetterlinge die Lebensgrundlage. Die Raupen, die Jungstadien der Schmetterlinge, fressen in ihrer Entwicklung die Blätter ihrer Wirtspflanze. Die voll entwickelten Falter hingegen bestäuben die Blüten beim Nektar sammeln.

Die Schlehe (Prunus spinosa) ist zum Beispiel eine ausgesprochene Schmetterlingspflanze. Für 126 Schmetterlingsarten ist diese Pflanze im Raupen- oder Falterstadium als Nährungsgrundlage interessant.

Eine ausführliche Liste findet man beim Bundesamt für Naturschutz unter: Liste der Schmetterlingspflanzen vom BfN


Bienenstöcke am UFZ


In Zusammenarbeit mit einer regional tätigen Imkerin hat das Schülerlabor auf dem Gelände des UFZ in Leipzig aktuell 4 Bienenstöcke aufgestellt. Diese Stöcke liefern zum einen den modernen Stadthonig und dienen zum anderen beim Angebot "Bienen und Honig - Honiganalyse" im Schülerexperiment als Anschauungsobjekte.