Auenhabitate nach Extremhochwasserereignissen am Beispiel der Mittleren Elbe (HABEX)

HABEX - ein einmaliges Naturexperiment

Projektleitung: Prof. Dr. Klaus Henle
Projektkoordination: Mathias Scholz
Bearbeitung: Dr. Judith Gläser, Dr. Christiane Ilg, Michael Gerisch, Franziska Löffler
Kooperationen: BfG - Bundesanstalt für Gewässerkunde Koblenz,
ÖKON - Gesellschaft für Landschaftsökologie Gewässerbiologie Umweltplanung mbH Regensburg (Dr. Francis Foeckler),
ILN - Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz-Bühl (Arno Schanowski), Biosphärenreservat Mittelelbe Sachsen-Anhalt

Förderung durch: Bundesanstalt für Gewässerkunde und UFZ

Projektlaufzeit: 01. März 2003 bis 31. Dezember 2008

Projektbeschreibung

Die außergewöhnlichen Hochwasserereignisse an der Elbe im August 2002 und im Winter 2002/03 sowie die extreme Trockenheit im Sommer 2003 haben internationales Interesse geweckt (z.B. Mudelsee et al. 2003 in NATURE 425, 166-169). Die Auswirkungen dieser Extrem- ereignisse und ihre Bedeutung für den Naturhaushalt sind noch schwer absehbar.

Hochwasser 2002 Elbe - A. Kuenzelmann
Hochwasser 2002 an der Elbe - Foto: A. Künzelmann, UFZ

Wir möchten mit dem HABEX-Projekt die aller Wahrscheinlichkeit nach einmalige (Wiederkehrintervall 176 Jahre!) Chance nutzen, die kurz- und langfristige Reaktion von Artengemeinschaften auf solche extreme Störungsereignisse zu untersuchen.

Hochwasser 2002 Elbe - A.Kuenzelmann
Hochwasser 2002 an der Elbe - Foto: A. Künzelmann, UFZ

Im bmbf-geförderten Verbundprojekt RIVA (Robustes Indikationssystem für ökologische Veränderungen in Auen, Koordination: UFZ, 1997-2001) wurden zahlreiche methodische Grundlagen und Analysestrategien für ökologische Veränderungen auf einer breit angelegten Datengrundlage aus drei Auengrünländern an der Mittleren Elbe erarbeitet.

Mit dem gleichen RIVA-Probedesign und den RIVA-Erkenntnissen werden im HABEX-Vorhaben auf den identischen Flächen Vegetation, Laufkäfer sowie Muscheln und Schnecken erfasst. Dies ermöglicht den Vergleich der Lebensgemeinschaften vor und nach dem Extremereignis. Mit multivariaten statistischen Auswertungen wird eine Integration in und eine Erweiterung der bestehenden Indikations- und Prognosemodelle ermöglicht. Deshalb erfolgt die Datenerhebungsstrategie auch nach den strengen Anforderungen des in RIVA entwickelten Probendesigns.

Die wichtigsten Projektziele

  • Analyse biotischer Veränderungen (Vegetation, Carabiden, Mollusken) aufgrund des extremen Hochwasserereignisses 2002 in drei Untersuchungsgebieten an der Mittleren Elbe analog zum Probendesign des RIVA-Projektes
  • Bedeutung biologischer Merkmale und Erklärung der unterschiedlichen Reaktionen von Arten
  • Analyse abiotischer und biotischer funktionaler Zusammenhänge unter dem Einfluss von Extremereignissen
  • Überprüfung des Transfers gewonnener Erkenntnisse im RIVA-Indikationssystem
  • Integration der Zusammenhänge in Prognosemodelle (INFORM) für die Praxis

Ergebnisse des Projektes