Lange Nacht der Wissenschaften Halle

Wissenschaftsnacht in Halle


Jedes Jahr lockt das UFZ-Programm zur Langen Nacht der Wissenschaft in Halle viele Besucher an den Hallenser UFZ-Standort. Sie diskutieren mit Wissenschaftlern, suchen Antworten aufs Quiz und andere Fragen, lassen sich Aspekte aus der Forschung erklären, beteiligten sich bei Mitmachangeboten und hören sich spannende Vorträge zur Forschung am UFZ in Halle an.

Die nächste Lange Nacht der Wissenschaften am 23. Juni 2017 bietet den Besuchern ein vielfältiges Programm aus Mitmachaktionen, Präsentationen, Vorträgen und Führungen.


PROGRAMM: Wissenschaftsnacht 2017



"Insekten – faszinierende Anpassungskünstler"

Dr. Mark Frenzel (Department Biozönoseforschung, UFZ)
18:00- 23:00 Uhr
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Theodor-Lieser-Str. 4, Platz vor dem Gebäude

Mundwerkzeug Ameise

Insekten sind unglaubliche Anpassungskünstler und daher in nahezu jedem Lebensraum zu finden. Ein wesentlicher Grund dafür ist die vielfältige Ausprägung der Gliedmaßen zu Mundwerkzeugen, Flügeln und Beinen: nur wer flexibel ist, kann alle Umweltbedingungen meistern!
Mit der digitalen Mikroskopie sind Betrachtungen möglich, die vor kurzem noch nicht vorstellbar waren. Neben diesen Zusammenhängen zwischen Funktion und Aussehen wird die Methodik am UFZ bei der Bestimmung schwieriger Insektengruppen wie der Wildbienen eingesetzt.

Wer bestäubt hier? Was der Aufbau von Blüten über den Bestäuber erzählt

Anna Roeder (Department Biozönoseforschung, UFZ)
18:00- 23:00 Uhr
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Theodor-Lieser-Str. 4, Platz vor dem Gebäude

Blüten & Bestäuber. Foto: UFZ

Pflanzen haben eine große Bandbreite von Mechanismen zur Bestäubung entwickelt, von der einfachen Windbestäubung bis zur Bestäubung durch verschiedenste Tiere, wie Bienen, Vögel oder Fledermäuse. Viele Pflanzenarten haben außerdem kleine Tricks entwickelt, um die Bestäubung besonders effizient zu gestalten. Jede Art der Bestäubung stellt spezifische Anforderungen an die Blüte, die man unter dem Mikroskop sichtbar machen kann.


Invasive Neophyten finden, erkennen, melden mit App oder Rallye

Dr. Christoph Rosche und Antonia Nieke (Unabhängiges Institut für Umweltfragen, KORINA, UfU e.V.)
18:00- 23:00 Uhr
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Theodor-Lieser-Str. 4, Platz vor dem Gebäude

Schmalblättriges Geiskraut

Invasive Neophyten sind Pflanzenarten, die nach der Entdeckung Amerikas nach Deutschland gelangt sind und hier negative Auswirkungen auf die heimischen Arten, die menschliche Gesundheit oder die Wirtschaft haben. Kennen Sie diese Arten? Können Sie sie von den heimischen Arten unterscheiden?


Das „Tagfalter-Monitoring Deutschland“ ist eines der bekanntesten Citizen-Science-Projekte.

Elisabeth Kühn (Department Biozönoseforschung, UFZ)
18:00- 23:00 Uhr
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Theodor-Lieser-Str. 4, Wiese vor Gebäude

Aglais urticae. Foto: Elisabeth Kühn/UFZ

In einem der bekanntesten nationalen Citizen-Science-Projekte, dem Tagfalter-Monitoring Deutschland (TMD) erfassen Freiwillige seit 2005 an ungefähr 500 Orten in Deutschland regelmäßig und mit einer standardisierten Methode Schmetterlinge. Die gesammelten Daten zeigen nicht nur wichtige langfristige Trends in der Bestandsentwicklung der beobachteten Arten, sie erlauben auch Rückschlüsse auf Umweltveränderungen.


Lichtfang von Nachtfaltern

Dr. Martin Wiemers (Department Biozönoseforschung, UFZ)
21:30- 23:00 Uhr
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Theodor-Lieser-Str. 4, Wiese vor Gebäude

Lichtfang von Nachfaltern. Foto: Susan Walter/UFZ

Tagaktive Schmetterlinge kennen wir alle sehr gut. Ihre bunten Flügelschläge über einer Sommerwiese fallen uns sofort ins Auge. Anders verhält es sich mit den Nachtfaltern. Obwohl 95 Prozent der heimischen Schmetterlingsarten Nachtfalter sind, sind sie uns kaum bekannt, denn Nachtfalter sind vor allem im Dunkeln unterwegs und viele von ihnen weniger auffällig gefärbt als ihre tagaktiven Verwandten.


Fledermäuse in der Stadt und ihr Schutz

Alexander Vollmer und Steffen Hahn (Arbeitskreis Fledermäuse Sachsen-Anhalt e.V.)
18:00- 23:00 Uhr
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Theodor-Lieser-Str. 4, Platz vor dem Gebäude

Fledermäuse. Foto: Doris Wolst/UFZ

Alexander Vollmer und Steffen Hahn stellen heimische Fledermausarten und deren Schutz vor. Besucher können das Vermessen und Beringen gefangener Fledermäusen beobachten. Die Fledermäuse werden anschließend wieder freigelassen.


Eine Eiche aus dem Labor erlaubt Aussagen über Klimaveränderungen

Dr. Sylvie Herrmann, Dr. Mika Tarkka, Ines Krieg (Departments Biozönoseforschung und Bodenökologie, UFZ)
18:00- 23:00 Uhr
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Theodor-Lieser-Str. 4, Foyer

Stileichen im Labor. Foto: André Künzelmann/UFZ

Die Wälder bieten uns Nutzung und Erholung. Doch stellt sich die Frage, wie wird sich der Klimawandel auf unsere Wälder auswirken? Welchen Gefahren sind die Bäume ausgesetzt und welche Abwehrmechanismen haben sie.
Die Stieleiche ist einer der wichtigsten Bäume in unseren Wäldern. Seit über zehn Jahren vermehren Forscher eine individuelle Eiche im Labor, um herauszufinden, wie nützliche und schädliche Organismen mit der Eiche und ihren Nachkommen interagieren.
Phytometer simulieren unterschiedliche Landnutzungen und geographische Zustände. Die Auspflanzung der Eichen erlaubt UFZ-Forschern den Einfluss des Klimas auf die Anpassungsfähigkeit der Eichen zu untersuchen.


Der grüne Faden durch das Netzwerk der Pilze

Kezia Goldmann, Melanie Günther, Ricardo Schöps, Beatrix Schnabel (Department Bodenökologie, UFZ) 18:00- 23:00 Uhr
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Theodor-Lieser-Str. 4, Foyer

Pilzmycel. Foto: André Künzelmann/UFZ

„Wie Pilze aus dem Boden schießen…“ – diese Redensart kennt jeder und doch beleuchtet sie nur die Eisspitze der Wald- und Wiesenbewohner, denn die eigentliche Größe und Vielfalt der Pilze sind erst im Unterirdischen zu finden. Dort existieren riesige Netzwerke von Pilzen, die eine Ehe mit Pflanzen-und Baumwurzeln eingehen und somit ihre notwendigen Lebensgrundlagen, wie zum Beispiel Zucker, bekommen. Im Gegenzug erhalten Bäume und Pflanzen eine intensive Versorgung mit Nährstoffen und werden gleichzeitig von ihren Pilzbewohnern gegen Trockenheit und Krankheitserreger geschützt. Ein hervorragendes Team! Unsere Wissenschaftler präsentieren die Vielfalt und Anatomie der Pilze sowie deren Bedeutung für Boden und Pflanzen. Zudem kann das gewonnene Wissen in einem Pilz-Quiz getestet oder rund um das Thema gebastelt werden.


Mikroorganismen - Die unsichtbare Vielfalt im Boden

Dr. Thomas Reitz, Dr. Mika Tarkka, Claudia Breitkreuz (Department Bodenökologie, UFZ)
18:00- 23:00 Uhr
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Theodor-Lieser-Str. 4, Foyer

Platten mit Bakterienkolonien. Foto: Ute Meyer/UFZ

Böden beinhalten eine riesige Anzahl und Vielfalt von Mikroorganismen (Bakterien und Pilze), die wichtige Funktion übernehmen, z.B. die Zersetzung von komplexem organischem Material und die Freisetzung von Nährstoffen. Bakterien sind einzellige Lebewesen in der Größenordnung von wenigen Mikrometern Pilze bestehen dagegen aus winzigen Zellen, die sich zu schmalen, langen Strängen (Hyphen) von nur wenigen Mikrometern Durchmesser ausbilden und den Boden als Geflecht (Myzel) durchdringen. Was beiden Organismen an Größe fehlt, gleichen sie jedoch durch ihre Anzahl aus. So kann man in einer Fingerspitze Boden bereits mehrere Millionen dieser Organismen finden.
Wir ermöglichen mittels Mikroskopie und der Anzucht auf speziellen Kulturmedien einen Einblick in diese unsichtbare Vielfalt.


Die Bohrplattform des UFZ: Wie sauber ist der Boden von Flüssen und Seen?

Dr. Ronald Krieg, Hanna Hennig, Mario Weipert (Department Catchment Hydrology, UFZ)
18:00- 23:00 Uhr
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Theodor-Lieser-Str. 4, Platz vor dem Gebäude

Sedimentkern. Foto: Klaus-Dieter Sonntag

Die Bohrplattform erscheint wie die Kopie von Hochseeplattformen der Öl- und Gaserkundung. Auf einem PKW- Anhänger kann dieses Gerät an beliebige Gewässer gebracht und von zwei Personen aufgebaut werden. Auf 25 m² Arbeitsfläche kann mit händisch betriebener Technik aus jeder Tiefe unter der Wasseroberfläche Sediment gefördert werden. Auch Wasserproben werden aus variablen Schichten von Seen, Talsperren oder auch Klärbecken gewonnen. Damit ist eine exakte Beschreibung von Gewässern und deren Untergrund möglich. Nicht nur Wasserforscher, auch Klima- und Erdgeschichtsforscher sowie Meeresbiologen interessieren sich für diese Technik.


Plastik in unseren Gewässern


Christin Müller, Cornelia Wilske, Tobias Hartmann, Susanne Dunker (Departments Catchment Hydrology und Ökosystemleistungen, UFZ)
18:00- 23:00 Uhr
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Theodor-Lieser-Str. 4, Platz vor dem Gebäude


Der Stand informiert über die Gefahren von Plastik in Flüssen und Meeren sowie dessen Verbleib in der Nahrungskette. Was kann dagegen getan werden?


Plastik: Aus alt macht neu

Christin Müller, Cornelia Wilske, Tobias Hartmann, Susanne Dunker (Departments Catchment Hydrology und Ökosystemleistungen, UFZ)
18:00- 23:00 Uhr
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Theodor-Lieser-Str. 4, Platz vor dem Gebäude

Unter dem Leitmotiv „From Trash to Treasure – Upcycling von Plastik“ können Besucher an unserem Bastelstand aus altem und gebrauchtem Plastik neue Dinge für den Alltagsgebrauch herstellen.


Beim KinderUmweltBus Gewässerproben erforschen und kleine Tiere kennenlernen

Katharina Klauer, Heike Franke (Landesstiftung Umwelt, KinderUmweltBus)
18:00- 23:00 Uhr
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Theodor-Lieser-Str. 4, Platz vor dem Gebäude

KinderUmweltBus. Foto: Doris Wolst/UFZ

Was schwimmt denn da? Lernen Sie Lebewesen unserer heimischen Gewässer kennen. Mit Hand-, Becher- und Standlupen können sie entdeckt und beobachtet werden. Entsprechende Literatur, kleine Experimente und Rätsel helfen, Zusammenhänge zu verstehen.




Wasserknappheit in trockenen Gebieten

Maria Clemens, Prof. Ralf Merz (Department Catchment Hydrology, UFZ)
19.00 Uhr
Vortragssaal im Erdgeschoss
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Theodor-Lieser-Str. 4

Wasserknappheit Naher Osten. Foto: André Künzelmann/UFZ

Wasser ist für alle ökologischen und gesellschaftlichen Prozesse unentbehrlich. Das spüren vor allem die Menschen in den wasserarmen Regionen dieser Welt. Gerade in diesen Gegenden wächst die Bevölkerung und mit ihr der Bedarf an Nahrung, Energie – und Wasser. Bereits heute hat etwa ein Drittel der Weltbevölkerung nur unzureichenden Zugang zu sauberem Wasser. Klima- und Landnutzungswandel sowie anhaltende Verschmutzungen von Wasserressourcen werden das Problem verschärfen. Das UFZ hilft dabei eine wissenschaftliche Basis für eine effizientere Bewirtschaftung knapper Wasserressourcen zu schaffen und damit mehr aus dem wenig vorhandenen zu machen.


Die knappe Ressource Boden


Dr. Ute Wollschläger, Prof. Hans-Jörg Vogel (Department Bodenphysik, UFZ)
20.00 Uhr
Vortragssaal im Erdgeschoss
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Theodor-Lieser-Str. 4

Knappe Ressource Boden. Foto: André Künzelmann/UFZ

Derzeit leben 7,3 Milliarden Menschen auf der Erde. 2050 wollen 9,7 Milliarden Menschen ausreichend ernährt werden. Im Fokus der UFZ-Bodenforschung stehen daher die Fragen: Wie nutzen wir Böden nachhaltig und wie erhalten wir deren Fruchtbarkeit?


Dive Pink – Wissenschaftliches Tauchen im Alatsee in den Alpen

Christin Müller (Department Catchment Hydrology, UFZ)
21.30 Uhr
Vortragssaal im Erdgeschoss
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Theodor-Lieser-Str. 4

Alatsee in den Alpen: Foto: Herbert Frei Alatsee in den Alpen: Foto: Herbert Frei

Der Vortrag vermittelt einen spannenden Einblick in die Besonderheiten des wissenschaftlichen Tauchens. Der Alatsee ist bekannt durch den Kluftingerkrimi „Seegrund“. Er hat eine knallige pinkfarbene Schwefelbakterienschicht ab 12 Metern Wassertiefe!


Wie alt ist das Flusswasser der Bode? – Isotope als Zeitmesser

Dr. Stefanie Lutz  (Department Catchment Hydrology, UFZ)
22.00 Uhr
Vortragssaal im Erdgeschoss
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Theodor-Lieser-Str. 4

Rappbodetalsperre. Foto: André Künzelmann/UFZ

Wie lange braucht das Regenwasser, um durch den Untergrund zu wandern, bevor es in einem Bach oder Fluss wieder zutage tritt? Und was bedeutet das für Schadstoffe, die mit dem Regenwasser in den Boden gelangen? Diesen Fragen kann mit Hilfe sogenannter natürlicher Tracer nachgegangen werden. Ein Beispiel solcher natürlichen Tracer sind die stabilen Isotope des Wassers. In diesem Vortrag wird anhand von Isotopendaten aus dem Bode-Gebiet (Nebenfluss der Saale) erläutert, wie das Alter des Flusswassers geschätzt werden kann und welche Rückschlüsse daraus für die Sauberkeit unserer Flüsse gezogen werden können.

Computertomographie: Den Boden transparent machen

Maik Lucas und Julius Diel (Department Bodenphysik, UFZ)
Führungen um 20.00 und 21.00 Uhr
Treffpunkt Foyer
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Theodor-Lieser-Str. 4

Bodentomografie. Foto: André Künzelmann/UFZ

Böden sind eine lebensnotwendige Ressource. Einerseits ermöglichen sie Landwirtschaft und damit unsere Ernährung. Sie sind darüber hinaus notwendig für das Wachstum von Wäldern zur Deckung des Holzbedarfs, für Artenreichtum und Regulierung von Treibhausgasen. Böden filtern Schadstoffe und schützen damit das Grundwasser. Zu all diesen „Dienstleistungen“ sind Böden nur in der Lage, wenn sie intakt sind.

In der Röntgen-Computertomographie (CT) sehen wir das Netzwerk von Poren, durch das der Boden mit Luft, Wasser und Nährstoffen versorgt wird. Die CT ist damit eine wichtige Grundlage für Untersuchungen im Department Bodenphysik, um unter anderen folgende Fragen zu beantworten: Wie breiten sich Pflanzenwurzeln aus? Wie reagiert Boden auf Austrocknung? Wie wirken Poren auf Bodenwasser und gelöste Stoffe? Verändert sich die Bodenstruktur nach jahrzehntelanger Düngung?