Auwald

Arbeitsgruppe
„Governance und Institutionen“

Diese Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Zusammenarbeit und Koordination der Entscheidungen verschiedener Akteure bei der Bewältigung von Umweltproblemen. Die derzeitige Nutzung der Landschaften beeinflusst zentrale Herausforderungen im Umweltmanagement, wie der Erhalt der biologischen Vielfalt, ein nachhaltiges Wassermanagement, die nachhaltige Flächennutzung, umweltgerechte und zukunftsfähige Bereitstellung von Energieressourcen und eine nachhaltige Stadtentwicklung. Eine Vielzahl von gesellschaftlichen Akteuren aus Staat, Privatwirtschaft und ziviler Gesellschaft wie zum Beispiel Regional- und Verkehrsplaner, Wasserversorgungsunternehmen, Privathaushalte, Land- und Forstwirte, Bürgerinitiativen und Umweltverbände bestimmen den gesellschaftlichen Umgang mit Natur und Umwelt zentral mit. Die Entscheidungen über Nutzung und Gestaltung der Landschaft sind zunehmend durch Aushandlungsprozesse dieser Akteure anstelle direkter staatlicher Entscheidungen gekennzeichnet. Dieser Prozess der Verlagerung staatlicher Entscheidungen auf eine breitere Akteursbasis, die unter dem Stichwort Governance diskutiert werden, stellt die Entwicklung von Politikmaßnahmen vor neue Herausforderungen. Ziel der Arbeitsgruppe „Governance und Institutionen“ ist es, das Zusammenwirken der verschiedenen Akteure und deren gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu analysieren, um Politikempfehlungen für eine effiziente und gerechte Ressourcennutzung abzuleiten.

Die Arbeitsgruppe befasst sich schwerpunktmäßig mit Umweltproblemen auf der regionalen Ebene, da diese für konkrete Entscheidungen besonders relevant sind. Da die Entscheidungsfindung im Mehrebenensystem erfolgt, beinhalten die Analysen auch die relevanten Akteure auf lokaler bzw. nationaler oder internationale Ebene. Unsere Arbeitsweise zeichnet sich einerseits durch die Verknüpfung von theoretischen (Governance-)Konzepten unterschiedlicher sozialwissenschaftlicher Disziplinen und andererseits durch die enge Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften aus. Dabei verwenden wir Konzepte aus der Institutionenökonomik, der Soziologie, der Policyforschung und juristische Analysen. Dieses Vorgehen ermöglicht es uns, sowohl die spezifischen Anforderungen einzelner Ressourcensysteme wie z.B. Biodiversität oder Wassermanagement zu untersuchen als auch vergleichend übergeordnete Fragen etwa zur Bürgerbeteiligung im Umweltmanagement zu bearbeiten. Vergleichende Forschung in europäischen Projekten und die Einbindung in internationale Netzwerke kennzeichnen die Arbeitsgruppe ebenso wie die enge Zusammenarbeit mit den betroffenen gesellschaftlichen Akteuren.