Pressemitteilung vom 18. Januar 2016

„Bottled Life“ am 26. Januar 2016 beim Wissenschaftskino Leipzig

Leipzig. Mit dem preisgekrönten Dokumentarfilm "Bottled Life – Das Geschäft mit dem Wasser" (Schweiz/Deutschland 2012) und einer Diskussion mit Wasserexperten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) über Privatisierung, Knappheit, Kosten und Qualität von Wasser wird das Wissenschaftskino Leipzig am 26. Januar 2016, 19 Uhr, im Zeitgeschichtlichen Forum fortgesetzt.

Wissenschaftskino am 26. Januar 2016 – mit dem preisgekrönten Dokumentarfilm „Bottled Life – Das Geschäft mit dem Wasser“ und anschließender Diskussion mit Wasserexperten des UFZ. Foto: UFZ / André Künzelmann
Wissenschaftskino am 26. Januar 2016 – mit dem preisgekrönten Dokumentarfilm „Bottled Life – Das Geschäft mit dem Wasser“ und anschließender Diskussion mit Wasserexperten des UFZ.
Foto: UFZ / André Künzelmann

Im Dokumentarfilm "Bottled Life" verfolgt Journalist Res Gehriger die Spur von Nestlé und gibt uns Einblicke in die Strategien eines der mächtigsten Akteure im Milliardengeschäft mit dem Flaschenwasser.

Während wir hierzulande nur den Hahn aufdrehen müssen und jederzeit über bestes Trinkwasser verfügen, ist in vielen ariden und semiariden Regionen Asiens, Afrikas oder Lateinamerikas Wasser ein knappes Gut, das oftmals zudem schlecht gemanagt und durch Müll, Abfälle aus der Landwirtschaft, Industrieabwässer und Fäkalien verunreinigt wird. Im Jahr 2000 verabschiedeten die Vereinten Nationen das Millennium-Entwicklungsziel, bis 2015 die Zahl der Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser zu halbieren. Sie schätzten die Kosten dafür auf rund 10 Milliarden US-Dollar jährlich - weniger als die Hälfte dessen, was in Industrieländern für teures Flaschenwasser ausgegeben wird. Im Juli 2010 wurde der Zugang zu sauberem Trinkwasser von der Vollversammlung der UNO in die allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufgenommen. Doch trotz einiger Fortschritte haben nach wie vor weltweit rund 884 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser; 2,6 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen; rund 1,5 Millionen Menschen sterben jährlich an verunreinigtem Wasser.

Wo liegen die Hürden bei der Umsetzung des Zugangs zu sauberem Wasser? Wem gehört das Wasser? Ist Privatisierung gut oder schlecht, richtig oder falsch? Wie teuer darf oder muss Trinkwasser sein? Dürfen Konzerne wie Nestlé Grund und Boden kaufen, um sich weltweit den Zugriff auf wertvolle Wasserquellen zu sichern, sauberes Grundwasser zu entnehmen, in Flaschen abzufüllen und teuer zu verkaufen? Und warum trinken wir in Deutschland Mineralwasser aus der Flasche, das 75 bis 500 Mal teurer ist als Leitungswasser, obwohl es durchschnittlich keine höhere Qualität hat?

Um Antworten auf diese und andere Fragen aus dem Publikum zu finden, stehen im Anschluss an den Film "Bottled Life" zwei Experten des UFZ in einer Gesprächsrunde zur Verfügung:

Der Biologe Prof. Dr. Dietrich Borchardt leitet das Department "Aquatische Ökosystemanalyse" am UFZ-Standort in Magdeburg, ist Inhaber einer gleichnamigen Professur an der TU Dresden und Sprecher des UFZ-Forschungsschwerpunktes "Nachhaltiges Management von Wasserressourcen". Seine Expertise sind ökologische Wirkungszusammenhänge in Gewässern, hydrologisch-ökologische Gewässermodelle sowie Integriertes Wasserressourcenmanagement (IWRM). Seit 2014 ist er Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates für das Internationale Hydrologische Programm der UNESCO (IHP) und das Hydrologische und Wasserressourcen-Programm (HWRP) der Weltorganisation für Meteorologie. Er leitet das Europäische Themenzentrum für Binnen-, Küsten- und Meeresgewässer der Europäischen Umweltagentur (EEA) und koordiniert das World Water Quality Assessment des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP).

Der Ökonom Dr. Paul Lehmann ist seit 2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Department Ökonomie am UFZ-Standort in Leipzig. Zu seiner Forschungsexpertise gehören unter anderem die Umwelt- und Ressourcenökonomie, insbesondere die Bewertung umweltpolitischer Instrumente und deren Kombinationen in den Bereichen Klima-, Energie-, Wasser- und Landwirtschaftspolitik. Er hat sich mit Fragen der städtischen Wasserpolitik, mit Möglichkeiten und Grenzen von Wasserpreisen - etwa in Ländern Lateinamerikas wie Peru- beschäftigt.

Das Wissenschaftskino beginnt am 26. Januar um 19 Uhr im Zeitgeschichtlichen Forum, Grimmmaische Straße 6. Der Eintritt ist frei.

Mit dem Wissenschaftskino Leipzig haben die Leipziger Wissenschaftseinrichtungen in Kooperation mit dem Zeitgeschichtlichen Forum und dem Referat Wissenspolitik der Stadt eine für Leipzig neue Veranstaltungsreihe entwickelt, die zwei unterschiedliche Formate - Film und Diskussion - mit Wissenschaft verknüpft.

Das nächste Wissenschaftskino findet am 7. April 2016, 19 Uhr, mit dem Film "Die Vermessung der Welt" und Experten des Leibniz-Instituts für Länderkunde, der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig sowie des Max-Planck-Instituts für Mathematik in den Naturwissenschaften statt.


Weitere Informationen

UFZ-Pressestelle

Susanne Hufe
Telefon: +49 341 235-1630
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Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg mehr als 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.

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