Pressemitteilung vom 09. Juni 2016

10 Milliarden - wie werden wir alle satt?

Wissenschaftskino Leipzig am 16. Juni im Zeitgeschichtlichen Forum

Am 16. Juni geht die beliebte Reihe Wissenschaftskino Leipzig in die nächste Runde. Regelmäßig laden Leipziger Wissenschaftseinrichtungen in Kooperation mit dem Zeitgeschichtlichen Forum und der Stadt Leipzig zu Filmvorführung und anschließendem gemeinsamen Expertengespräch mit dem Publikum. Am 16. Juni geht es beim Film "10 Milliarden – wie werden wir alle satt?" um das Thema Welternährung. Mit dabei: zwei Experten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) – der Pflanzenökologe Dr. Stefan Klotz und der Agrarökologe Prof. Dr. Josef Settele. Beginn ist 19 Uhr im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig. Der Eintritt ist frei.

 Foto: UFZ / André Künzelmann

Foto: UFZ / André Künzelmann

Der deutsche Dokumentarfilm "10 Milliarden - Wie werden wir alle satt?" von Valentin Thurn aus dem Jahr 2015 war einer der besucherstärksten Dokumentarfilme des letzten Jahres.  Nach seinem erfolgreichen Dokumentarfilm "Taste the Waste" (2011) über die Verschwendung von Lebensmitteln geht Valentin Thurn nun der Frage nach, ob und wie es möglich ist, alle Bewohner der Erde mit Nahrungsmitteln versorgen zu können. Denn im Jahre 2050 - so lauten die Prognosen - werden zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben. Um diese Frage zu klären, begibt sich der Dokumentarfilmer Valentin Thurn auf eine Weltreise. Er besucht unter anderem eine Gemüsekooperative in den USA, Kleinbauern und eine Riesenfarm in Afrika sowie industrielle Nahrungserzeugung in Japan. Er spricht mit Experten und direkt Beteiligten darüber, wie sie die Situation heute und die Perspektiven für morgen und übermorgen einschätzen. Ist es die Nahrungs- und Agrarindustrie, die mit Gentechnik, künstlichem Hackfleisch oder Hightech-Pflanzenfabriken (in denen Salat ohne Erde wächst) die Welternährung der Zukunft absichern wird? Oder sind es doch eher alternative Ansätze? Sind es Kleinbauern, städtischer Selbstanbau und Direktvermarktung? Welche Folgen haben der wachsende Fleischverzehr in Asien oder das sogenannte "Land Grabbing" durch die US-Sojafarmen in Mosambik? Welche Rolle spielen globale und regionale Märkte, Transport, Lagerung und Verteilung von Nahrungsmitteln, Böden, biologische Vielfalt, Nachhaltigkeit - und wir, die Verbraucher?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen versucht der Film zu geben. Beim Podiumsgespräch im Anschluss an die Filmvorführung werden Dr. Stefan Klotz und Prof. Dr. Josef Settele vom Hallenser Standort des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) aus wissenschaftlicher Sicht und mit ihrer agrarökologischen Expertise mit Ihnen diskutieren, ob und wie gut das Valentin Thurn mit seinem Dokumentarfilm gelingt - und Ihre Fragen beantworten.

Die UFZ-Experten
Der Ökologe Dr. Stefan Klotz leitet das Department "Biozönoseforschung" am UFZ-Standort in Halle. Er ist Sprecher des Fachbereichs "Terrestrische Ökologie" des UFZ und koordiniert das integrierte UFZ-Projekt "Landnutzungskonflikte", bei dem es unter anderem um Konflikte zwischen der landwirtschaftlichen Nahrungsproduktion, dem Anbau von Pflanzen für die Bioenergie und dem Schutz der biologischen Vielfalt geht. Der Experte für Pflanzenökologie ist Generalsekretär der Europäischen Ökologischen Föderation (EEF), des Zusammenschlusses ökologischer Fachgesellschaften in Europa. Weiterhin ist er Stellvertretender Vorsitzender des Europäischen Netzwerks für Ökologische Langzeitforschung (LTER Europe). Er ist Sprecher der Mitglieder des Deutschen Zentrums für Integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig. Er hat entscheidend an der Konzeption und Umsetzung der Global Change Experimental Facility (GCEF), einem Langzeitexploratorium für den Klima- und Landnutzungswandel in Bad Lauchstädt mitgewirkt.

Der Agrarökologe Prof. Dr. Josef Settele leitet die Arbeitsgruppe "Tierökologie und sozialökologische Forschung" im Department Biozönoseforschung am UFZ-Standort Halle. Er ist seit vielen Jahren Hochschullehrer an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Mit ALARM koordinierte er von 2004 bis 2009 das bis dato größte EU-Projekt zur terrestrischen Biodiversitätsforschung. Zurzeit koordiniert er das BMBF-Projekt LEGATO, bei dem es um nachhaltige Landnutzung und bewässerten Reisanbau in Südost-Asien geht. Im IPBES-Prozess (IPBES: The Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) des Weltbiodiversitätsrats ist er Koordinierender Leitautor des Assessments zu Bestäubern, Bestäubung und Nahrungsmittelproduktion. Außerdem ist er Leitautor des Assessments "Regionale/subregionale Assessments zu Biodiversität und Ökosystemleistungen für die Region Asien und Pazifik".

Das Wissenschaftskino beginnt am Donnerstag, dem 16. Juni 2016, um 19 Uhr im Zeitgeschichtlichen Forum, Grimmmaische Straße 6. Der Eintritt ist frei.

Mit dem Wissenschaftskino Leipzig haben die Leipziger Wissenschaftseinrichtungen in Kooperation mit dem Zeitgeschichtlichen Forum und dem Referat Wissenspolitik der Stadt eine für Leipzig neue Veranstaltungsreihe entwickelt, die zwei unterschiedliche Formate - Film und Diskussion - mit Wissenschaft verknüpft.
Hinweis: Das nächste Wissenschaftskino findet zum Thema "Migration/Flüchtlinge" mit Experten der Universität Leipzig am 18. Oktober 2016 statt. Selber Ort, selbe Zeit. Eintritt frei.


Weitere Informationen

UFZ-Pressestelle

Susanne Hufe
Telefon: +49 341 235-1630
presse@ufz.de


Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg mehr als 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.

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Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 37.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 4 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

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