Pressemitteilung vom 18. Mai 2016

Durch intelligente Verschwendung zur Überflussgesellschaft?

Öffentlicher Vortrag von Chemie-Professor und Öko-Visionär Michael Braungart am 23. Mai im UFZ

Leipzig. Gastredner der 13. Helmholtz Environmental Lecture (HEL) am 23. Mai im UFZ ist Prof. Dr. Michael Braungart, der gemeinsam mit dem Architekten William McDonough das Cradle to Cradle-Konzept ("Von der Wiege zur Wiege") entwickelt hat. Statt auf Öko-Effizienz setzt das Konzept auf Öko-Effektivität, statt auf einen geringeren Ressourceneinsatz auf geschlossene Stoff- und Materialkreisläufe und eine unbegrenzte Wiederverwertbarkeit von Produkten.

Prof. Dr. Michael Braungart Foto: privat
Prof. Dr. Michael Braungart
Foto: privat

Die Vision von Braungart ist eine abfallfreie Wirtschaft, bei der keine gesundheits- und umweltschädlichen Materialien mehr verwendet und alle Stoffe zu Nährstoffen für geschlossene technische oder natürliche Kreisläufe werden. Cradle to Cradle ist damit der radikale Gegenentwurf zu einer effizienzorientierten Wirtschaft, die zwar den Ressourcenverbrauch durch höhere Effizienz und neue Technologien reduzieren will, dabei und vor allem durch den Einsatz von Chemikalien aber viele neue Probleme schafft. Verschiedene Unternehmen, darunter Hersteller von Textilien, Möbeln, Kosmetik und Reinigungsmitteln, produzieren bereits nach dem Cradle to Cradle-Konzept und zeigen, dass entsprechende Technologien vorhanden sind und ein Umdenken durchaus möglich ist.

13. Helmholtz Environmental Lecture (HEL) mit Prof. Dr. Michael Braungart
Thema: "Das Cradle to Cradle-Konzept: Durch intelligente Verschwendung zur Überflussgesellschaft."
Montag, 23. Mai 2016, 17.00 Uhr
Leipziger KUBUS, Saal 1
Helmholtz
?Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Permoserstraße 15, 04318 Leipzig

Um Anmeldung wird gebeten: online unter http://www.ufz.de/hel, telefonisch unter 0341 235 1269 oder per E?Mail unter info@ufz.de.

Prof. Dr. Michael Braungart ist Chemiker und Verfahrenstechniker, Autor und Ökovisionär. In den 1980er Jahren engagierte sich Braungart bei der Umweltorganisation Greenpeace und baute dort den Bereich Chemie mit auf. 1985 Promotion an der Universität Hannover in Chemie. 1987 Gründung der EPEA Internationale Umweltforschung GmbH in Hamburg. Er ist wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Umweltinstituts, Mitbegründer der Design- und Entwicklungsfirma McDonough Braungart Design Chemistry in Charlottesville (Virginia, USA) und Leiter des Cradle to Cradle Lehrstuhls an der Erasmus Universität Rotterdam. Michael Braungart ist Professor an der Leuphana Universität Lüneburg und der TU Delft, Ehrenprofessor der TU München und Buchautor. Sein bekanntestes Buch (2005): "Cradle to Cradle. Einfach intelligent produzieren."

Die Helmholtz Environmental Lecture (HEL) ist eine Veranstaltungsreihe des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), in der herausragende Persönlichkeiten zu wichtigen ökologischen, sozio-ökonomischen und sozialen Fragen Stellung beziehen. Markenzeichen der Lectures ist ein ganzheitlicher Ansatz der Vorträge, die über die Grenzen einer einzelnen wissenschaftlichen Disziplin hinausreichen. Bisherige Gastredner: Klaus Töpfer (2009), Hans Joachim Schellnhuber (2010), Achim Steiner (2010), Jochen Flasbarth (2011), Angelika Zahrnt (2012), Frank Schirrmacher (2012), Ernst Ulrich von Weizsäcker (2013), Ottmar Edenhofer (2013), Stephan Kohler (2014), Thilo Bode (2014), Matthias Horx (2015), Mojib Latif (2015).


Weitere Informationen

UFZ-Pressestelle

Susanne Hufe
Telefon: +49 341 235-1630
presse@ufz.de


Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg mehr als 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.

www.ufz.de

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 37.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 4 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

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