
Querschnittskompetenz
Monitoring | Observatorien
Der globale Wandel verändert unsere Umwelt – doch wo und wie genau? Welche konkreten lokalen und regionalen Folgen hat der Klimawandel? Wird beispielsweise die Filterfunktion von Böden für das Grundwasser beeinträchtigt? Verlieren die Böden an Fruchtbarkeit? Suchen und finden Pflanzen und Tiere neue Lebensräume? Für präzise Antworten fehlen über einen längeren Zeitraum hinweg gesammelte Daten, die Veränderungen dokumentieren und eine Einschätzung der künftigen Entwicklungen erlauben.
Diese Lücke wollen die Wissenschaftler schließen, indem sie die Auswirkungen des Klima- und Landnutzungswandels
auf terrestrische Ökosysteme untersuchen – und zwar über lange Zeiträume und auf unterschiedlichen Skalen. Dafür entwickeln und nutzen die Forscher innovative Methoden sowie Mess- und Sensorgeräte, mit denen sie Umwelt- und Klimadaten besser erfassen können – mit Experimenten, dauerhaften Beobachtungsplattformen am Boden sowie mithilfe von Flugzeugen und Satelliten aus der Luft und aus dem Weltall. Dabei geht es nicht nur um Wasser- und Stoffkreisläufe oder die Zusammensetzung und Funktionsweise von Organismengemeinschaften. Erforscht werden auch die Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft.
So werden im Rahmen des Helmholtz-Projektes TERENO (![]()
www.tereno.net), an dem sechs Helmholtz-Zentren beteiligt sind, vier Observatorien betrieben: in der Eifel und der Niederrheinischen Bucht, im nordostdeutschen Tiefland, im Großraum Leipzig-Halle und in den Alpen. Fast das gesamte Spektrum der relevanten Umweltdaten wird hier mittels modernster Messmethoden und -techniken, mittels Geophysik und Fernerkundung erfasst und ausgewertet. Neben Klimadaten sind das insbesondere Beobachtungen zur Wasser- und Bodenqualität,
zur biologischen Vielfalt und atmosphärischen Wechselwirkungen. Die langzeitlichen Messungen dienen der Untersuchung von Austausch- und Rückkopplungsprozessen im System „Boden-Vegetation-Klima“, um Auswirkungen des Klimawandels zu erfassen und prozessorientierte Vorhersagemodelle zu entwickeln.
Eine besondere Rolle werden dabei auch das UFZ-Klimaexploratorium in Bad Lauchstädt, ein Großversuch zum Klimawandel, sowie MOBICOS, eine Beobachtungsplattform speziell für Fließgewässer, spielen. Die Forschungsplattform MOSAIC des UFZ wiederum vereint innovative Kartierungs- und Monitoringtechnologien, die eine hoch aufgelöste Erkundung komplexer Untergrundstrukturen ermöglichen.
Geplant sind zukünftig weitere Observatorien im vom Klimawandel besonders betroffenen Mittelmeerraum (TERENO-MED). Sie alle sollen Teile eines europäischen Netzwerkes von Observatorien werden.
Ziel ist es, die Auswirkungen des Klima- und Landnutzungswandels auf die Umwelt besser zu verstehen und die Voraussetzungen für bessere Vorhersagen und Anpassungsstrategien zu entwickeln.