Pressemitteilung vom 27. März 2012

Helmholtz stärkt Forschung zu Geoenergie

Erkundung, Modellierung und 3D-Visualisierung im Fokus der Leipziger UFZ-Forscher

Berlin/Leipzig. Um die Energiewende voranzubringen, baut die Helmholtz-Gemeinschaft die Forschung zur umweltfreundlichen Bereitstellung heimischer Energieträger aus Georessourcen weiter aus und investiert von 2012 bis 2016 zusätzlich 11 Mio. Euro für das Portfoliothema GEOENERGIE. Die Forschungsthemen reichen von Erdwärme für Wärme- und Stromversorgung, umweltschonenden Verfahren zur Gewinnung unkonventioneller fossiler Ressourcen wie Schiefergas, der unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid und Wasserstoff bis hin zur Speicherung von Wärme und Kälte in geologischen Schichten.

Dr. Uwe Jens Görke und Norihiro Watanabe im Visualisierungszentrum des UFZ

Dr. Uwe Jens Görke und Norihiro Watanabe im Visualisierungszentrum des UFZ. In die Helmholtz-Initiative bringt das UFZ sein Know-how unter anderem zu der numerischen Simulation komplexer Prozesse und der 3-D-Visualisierung ein.
Foto: André Künzelmann/UFZ

Erdwärme steht Tag und Nacht wetterunabhängig zur Verfügung und hat auch in Deutschland das Potenzial, einen Teil der Grundlast abzusichern. Aber auch fossile Energieträger bleiben zumindest in den nächsten Jahrzehnten noch unverzichtbar. Daher müssen auch bislang wenig beachtete Ressourcen wie Schiefergas und neue Technologien zum Klimaschutz wie die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid mit Nachdruck untersucht werden. Im Rahmen der Energieforschungsinitiative verstärkt die Helmholtz-Gemeinschaft die Forschungsanstrengungen zu diesen Themen und bündelt hierzu unter Federführung des Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) die Kompetenzen der Helmholtz-Zentren Potsdam (GFZ), Karlsruhe (KIT) und Leipzig (UFZ) sowie von sieben Universitäten. „Damit schaffen wir die Grundlagen für eine umweltverträgliche Nutzung heimischer Ressourcen und tragen zur Entwicklung innovativer Umwelttechnologien bei, die in Deutschland ein wichtiger Wirtschaftsfaktor mit großem Exportpotenzial sind", erklärt Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft.

Dabei werden die beteiligten Forschungsteams auch gezielt nach Synergien suchen, um Effizienz und Wirkungsgrade zu steigern, etwa über die Nutzung von Abwärme, aber auch bei der Speicherung und Nutzung von CO2 aus Kohlekraftwerken sowie der Stahl- und Zementindustrie. Sie können für ihre Forschungsprojekte auf bestehende und geplante Großforschungsinfrastrukturen der beteiligten Helmholtz-Zentren zugreifen, wie Forschungsbohrungen, Forschungsbergwerke, Labor-, Experimental- und Demonstrationsanlagen sowie 3D-Visualisierungs-Labore. Dabei werden sie auch neuartige in situ Beobachtungssysteme für den Untergrund entwickeln, die Einblicke in die ablaufenden Prozesse ermöglichen und Hinweise auf potentielle Risiken geben. Damit stellt die Forschung grundlegende Informationen für den gesellschaftlichen Dialog bereit, in dem über die Akzeptanz neuer Technologien entschieden wird.

Das UFZ bringt in diese Initiative vor allem sein Know-how im Bereich der geophysikalischen Erkundung und des Monitorings sowie der numerischen Simulation komplexer Prozesse und der 3-D-Visualisierung ein. Diese Potenziale werden genutzt, das Prozessverständnis zu verbessern, Risiken rechtzeitig zu erkennen und den Betrieb geoenergetischer Anlagen zu überwachen. Wie bei der Bioenergie geht es auch bei der Geoenergie darum, zu erforschen, wie die Energiewende gestaltet werden muss, damit sie umwelt- und sozialverträglich abläuft. Perspektivisch können hier auch die Sozialwissenschaften, die am UFZ in verschiedenste Themen integriert sind, einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

Ansprechpartner am UFZ:

Prof. Olaf Kolditz, Leiter des Departments Umweltinformatik
Mitarbeiter des Departments Umweltinformatik
Department Umweltinformatik

Beteiligte Helmholtz-Zentren:

  • Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
  • Karlsruher Institut für Technologie KIT
  • Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Koordinierender Sprecher: Dr. Ernst Huenges, GFZ

Beteiligte Partner:

  • Technische Universität Berlin, TUB
  • Freie Universität Berlin, FUB
  • Universität Göttingen, UG
  • Universität Potsdam, UP
  • Brandenburgische Technische Universität Cottbus, BTU
  • Christian-Albrechts Universität zu Kiel, CAU
  • TU Bergakademie Freiberg, TUBAF

Zum Hintergrund: Der Portfolioprozess in der Helmholtz-Gemeinschaft

Die Bundesregierung hat den Forschungsorganisationen im Pakt für Forschung und Innovation einen jährlichen Aufwuchs zugestanden, um Zukunftsthemen aufzugreifen, den Nachwuchs zu fördern und das Wissenschaftssystem in Deutschland noch leistungsfähiger zu machen. Aus einem Teil dieses Aufwuchses fördert die Helmholtz-Gemeinschaft nun eine Reihe von Portfolio-Themen, die Expertinnen und Experten aus allen Helmholtz-Zentren in einem groß angelegten Prozess als besonders zukunftsträchtig identifiziert hatten. Von dieser Förderung profitieren auch die universitä­ren Forschungspartner. Ab der nächsten Förderperiode werden die Portfolio-Themen als Teil der Forschungsprogramme weitergeführt.

Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg über 1.000 Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit über 31.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3,4 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

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