Dr. Marion Höhn

Helmholtz Zentrum für Umweltforschung UFZ
Department Naturschutzforschung
Permoserstr. 15
04318 Leipzig

Raum 3.43a

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Naturschutzgenetik von Vertebraten

Trotz zahlreicher Anstrengungen durch die internationale Naturschutzforschung verläuft der Verlust biologischer Vielfalt rasant. Neben dem direkten Lebensraumverlust und der schleichenden Verschlechterung der Habitatqualität ist ein weiterer Grund für diesen Verlust die Fragmentierung (=Verinselung) der verbleibenden Resthabitate. Ein wichtiger Gesichtspunkt für das Überleben von Arten in fragmentierten Habitaten ist die Fähigkeit zur Ausbreitung und zur Überwindung der entsprechenden Barrieren.

Um Arten bei der Sicherung von Naturschutzgebieten oder bei Eingriffsregelungen entsprechend berücksichtigen zu können, benötigen Naturschutzbehörden daher Informationen zur Abundanz, Populationsgröße und Demographie, aber auch zu den Ausbreitungsfähigkeiten der jeweiligen Art. Die direkte Schätzung dieser Parameter kann allerdings problematisch sein, wenn das Fangen der Tiere schwierig und invasive ist. Beispielsweise stellt die Schätzung von Austauschraten trotz verfeinerter Arbeitstechniken nach wie vor ein nicht zufrieden stellend gelöstes Problem dar. Der methodische Aufwand ist sehr hoch, besonders wenn die Mobilität der Art gering oder die Art trotz moderner Technik schwer direkt zu beobachten ist.

In diesem Zusammenhang bietet die Anwendung genetischer Methoden (Mikrosatelliten) ein geeignetes Werkzeug, um Information über die Austauschraten zwischen den Fragmenten zu erhalten. Der Vorteil dieser indirekten Messung des Genflusses liegt darin, dass nur solche Migrationen geschätzt werden, die auch zum reproduktiven Erfolg führen. Neben der klassischen Genfluss-Messung, können genetische Methoden jedoch auch dazu beitragen, andere demographische Parameter zu messen. Beispielsweise erlauben es neuere Entwicklungen, Populationsgrößen mittels Fang-Wiederfang von Kotproben zu schätzen ohne dass dabei die Individuen gefangen werden müssen.

Ausführliche Informationen zu laufenden Projekten:

Aktuelle Publikationen

Das Ende der Nacht

Das Ende der Nacht: Lichtsmog: Gefahren - Perspektiven - Lösungen, 2nd Edition, Thomas Posch (Editor), Franz Hölker (Editor), Thomas Uhlmann (Editor), Anja Freyhoff (Editor), ISBN: 978-3-527-41179-5

Naturschutz Sachsen-Anhalt

Fisheries and Fish-eating Vertebrates as a Model Case
Series: Environmental Science and Engineering
Subseries: Environmental Science
Klenke, R.A.; Ring, I.; Kranz, A.; Jepsen, N.; Rauschmayer, F.; Henle, K. (Eds.)
2013, XIV, 347 p. 64 illus., 36 in color.

http://www.sciencemag.org/content/331/6021/1139.summary

Carsten Neßhöver zeigt anhand von Fallbeispielen und wissenschaftlichen Fakten auf, warum Biodiversität unsere wertvollste Ressource ist - und was wir tun müssen, um sie zu schützen. Verlag Herder, 208 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-451-06598-9, €9,99

PRESS report 2011

Nie zuvor wurde die Vielfalt des Lebens so anschaulich und zugleich mit so viel Fachwissen dargestellt wie in diesem Buch. Die besten Biodiversitätsforscher Deutschlands erklären dem Leser das Was, Wie und Warum der Biodiversität in diesem unterhaltsamen Lesebuch.
2012. XV, 246 Pages, Hardcover, ISBN 978-3-527-33212-0 - Wiley-VCH, €24.90

JAX, K. (Ed.)(2010): Ecosystem functioning Cambridge Univ. Press, Cambridge, 272 S.

JAX, K. (2010): Ecosystem functioning. Cambridge University Press, Cambridge, 272 S.

BIODIVERSITY AND CONSERVATION Volume 20, Number 5, 1057-1072, DOI: 10.1007/s10531-011-0015-2

Effects of species turnover on reserve site selection in a fragmented landscape - Birgit Felinks, Renata Pardini, Marianna Dixo, Klaus Follner, Jean P. Metzger und Klaus Henle

BRECKLING, B., PE'ER, G. & Y.G. MATSINOS (2011). Cellular Automata in Ecological Modelling. In: JOPP, F., REUTER, H., BRECKLING, B. (Eds.): Modelling Complex Ecological Dynamics.  Springer: 105-117.

BRECKLING, B., PE'ER, G. & Y.G. MATSINOS (2011). Cellular Automata in Ecological Modelling. In: JOPP, F., REUTER, H., BRECKLING, B. (Eds.): Modelling Complex Ecological Dynamics. Springer: 105-117.