
Kernthema
Wasser | Boden
Wasser ist für alle ökologischen und gesellschaftlichen Prozesse unentbehrlich. Es spielt eine Schlüsselrolle bei der Versorgung der rasant wachsenden Weltbevölkerung. Es beeinflusst Ökosysteme, Artenvielfalt, Landschaftsfunktionen und Landnutzung. Jede Änderung des Wasser- und Stoffkreislaufes – ob verursacht durch Klimawandel, Umweltkatastrophen oder Globalisierung – verändert die Form und Stabilität von Landschaften und Lebensräumen und führt zu neuen Risiken für Mensch und Umwelt.
Benötigt werden deshalb integrierte Systemlösungen zur nachhaltigen Nutzung und Bewirtschaftung von Wasserressourcen, die nicht nur wasserwirtschaftliche Aspekte berücksichtigen. Der Schlüssel liegt in sektorenübergreifenden Anpassungsstrategien, flexiblen Infrastrukturen zur Wasserver- und Abwasserentsorgung und einer wesentlich höheren Ressourceneffizienz aller Wassernutzungen.
Etwa 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der unterschiedlichsten Disziplinen des UFZ tragen zu diesen Systemlösungen bei. Sie entwickeln innovative Analytik, Monitoringmethoden und Computermodelle, um den ökologischen Zustand und die Entwicklung von Gewässern und Böden besser charakterisieren und vorhersagen zu können. Sie analysieren, welche Veränderungen durch chemische Substanzen oder Stressoren wie Hochwasser, lange Trockenperioden oder eingeschleppte Tier- und Pflanzenarten in Gewässern ausgelöst werden. Sie setzen sich mit der Landnutzungsdynamik als wichtigste Steuergröße des Wasser- und Stoffhaushaltes von Flussgebieten auseinander und unterstützen Wirtschaft und Politik, die Wasserrahmenrichtlinie der EU umzusetzen.
Dabei gibt die Tatsache, dass in Deutschland bereits 90 Prozent der Gewässer wieder einen guten chemischen, aber nur 10 Prozent einen guten biologischen Zustand erreicht haben, den Wissenschaftlern noch einige Rätsel auf. Wasser muss aber auch im Zusammenhang mit den Funktionen des Bodens betrachtet werden, denn als Kompartiment zwischen Atmosphäre und Geosphäre ist er Speicher, Filter und Reaktor und unmittelbar an den Wasserkreislauf gekoppelt.
Deshalb untersuchen die Forscher auch Wasser- und Stoffflüsse im Untergrund von der Porenskala bis zum Feld. Mithilfe der UFZ-Forschungsplattform SAFIRA werden Managementkonzepte zur Revitalisierung von Megasites – das sind großflächig kontaminierte Standorte – entwickelt. In wasserarmen Regionen dieser Welt sollen exakte Bilanzierungen der vorhandenenWasserressourcen sowie neue Sanierungs- und Abwassertechnologien helfen, die Ressource Wasser zu schonen und die Ressource Abwasser wiederzuverwerten. Ziel ist es, die Menge und Qualität vorhandener Wasserressourcen sowohl für den Menschen als auch für die natürlichen Ökosysteme unter den Bedingungen des globalen Wandels zu sichern und die Wissensgrundlagen für ein nachhaltiges Wassermanagement zu schaffen. Deshalb hat das UFZ die Water Science Alliance – ein Netzwerk zur Stärkung der deutschen Wasserforschung auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene – initiiert (![]()
www.watersciencealliance.de).