Was die Erde kostet
Der Wert der Artenvielfalt muss in die Bilanzen aufgenommen werden. Es ist Zeit für die Regierungen, in die Sicherung der "öffentlichen Güter" zu investieren, schreibt der Ökonom Pavan Sukhdev in der aktuellen Ausgabe des renommierten Wissenschaftsjournales "Nature". Der Leiter der TEEB-Studie (The Economics of Ecosystems and Biodiversity), die vom Helmholtz Zentrum für Umweltforschung -UFZ wissenschafltich koordiniert wird, kritisiert unter anderem, dass viele natürliche Ressourcen als öffentliche bzw. private Güter weder durch Eigentumsrechte noch durch nationales oder internationales Recht adäquat geschützt seien, was zu deren kontinuierlichen Abbau führt.
Was die Erde kostet
Foto: Corbis Images
Erschwerend kommt hinzu, dass bei Entscheidungen über die Nutzung von Natur oftmals nur ein Bruchteil der Ökosystemleistungen in den Blick genommen werden - deren Gesamtheit bildet jedoch unsere Lebensgrundlage.
Es sei daher jetzt an den Regierungen, wirksame Anreize zu schaffen, um Entscheidungsträger dazu zu bringen, sich für den langfristigen Erhalt einzusetzen, anstatt auf kurzfristigen Profit zu setzen. "Ein Mechanismus, der die bisherigen Regeln komplett ändern könnte und der auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen diskutiert werden wird, ist REDD+. Das ist ein Vorschlag, um die Abholzung und die Schädigung von Wäldern zu reduzieren und durch Aufforstung auch effektiven Schutz zu betreiben. Dies verbindet die Erhaltung biodiverser Ökosysteme mit der Herausforderung den CO2 Ausstoß zu senken. Entwaldung ist weltweit für rund ein Fünftel aller Emissionen veranmtwortlich - und ökologisch nachhaltige Neubewaldung schafft zusätzliche Kohlenstoffspeicher neben zahlreichen weiteren Ökosystemleistungen (z.B. Erosionsschutz).
Viele Länder entwicklen bereits Kompetenzen, um REDD+ umzusetzen. Diese Ansätze könnten den ersten Schritt bilden, um auch andere "öffentliche Güter" zu honorieren wie Trinkwasserspeicherung, Artenschutz oder die Existenzgrundlage von Gemeinschaften", schreibt der Ökonom Pavan Sukhdev in "Nature".
Nature 462, 277 (19. November 2009), doi:10.1038/462277a
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www.nature.com/nature/journal/v462/n7271/full/462277a.html
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www.nature.com/nature/journal/v462/n7271/pdf/462277a.pdf
Nature Podcast Extra: Pavan Sukhdev
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Podcast mit Pavan Sukhdev

