Pressemitteilung vom 05. Juni 2008

Zum Glück nicht stubenrein

- verräterische Hinterlassenschaften helfen dem Naturschutz

Leipzig. Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung haben zwei neue Methoden entwickelt, um den Bestand des Europäischen Fischotters (Lutra lutra) und die Auswirkungen auf die Teichwirtschaft besser einschätzen zu können. Auf diese Weise gelang es den Forschern erstmals, genauere Zahlen über den Bestand im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft zu erhalten. Genetische Analysen des Kots können ein viel versprechender Ansatz sein, Otter-Populationen zu untersuchen, schreiben die Forscher im Fachblatt Conservation Genetics. Die neue Methode kann nicht nur bei Ottern, sondern für alle Wirbeltiere genutzt werden.
Diese Informationen werden gebraucht, um einen effektiven Naturschutz zu gewährleisten. Genaue Informationen über die Bestandsgröße des Fischotters ermöglichen es, die Menge des gefressenen Fischs pro Teich und somit den für die Teichwirtschaft entstandenen Schaden in einem Gebiet zu berechnen. Eine angemessene Schadenskompensation verbessert die Akzeptanz des Fischotters bei der einheimischen Teichwirtschaft und damit den Schutz dieser bedohten Art, der durch nationale und internationale Gesetze gefordert wird. Zur Bestimmung der Bestandsgröße wird die klassische Methode des Fangens, Markierens und Wiederfangens durch moderne DNA-Analysen erweitert.
Wie häufig der Fischotter ein Gewässer aufsucht und bejagt, kann dadurch verbessert abgeschätzt werden, indem das Alter der Kotspuren mit einbezogen wird. Der zweite neue Ansatz erlaubt es, die Genauigkeit der Erfassung der Besucherrate in vielen Situationen entscheidend zu verbessern und ist nicht auf Kotspuren beschränkt, sondern kann auch auf andere Arten von Tierspuren (Fraßspuren, Fußabdrücke und Verweilspuren) angewendet werden, so das internationale Forscherteam im Fachblatt Journal of Applied Ecology.

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Fischotter (Lutra lutra)
Foto: André Künzelmann/UFZ

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