Pressemitteilung vom 23. Juni 2005

Wie Motten das Licht

Martin-Luther-Universität Halle, Universität Tübingen und Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle beteiligen sich an der 2. Europäischen Nachtfalternacht

Halle. Zum zweiten Mal finden in diesem Jahr die "Europäischen Nachtfalternächte" statt. Am ersten Juli-Wochenende werden Schmetterlingsforscher an vielen Orten in Europa Nachtfalterbeobachtungen zeitgleich durchführen. In Halle beteiligen sich erstmals die Martin-Luther Universität, der Botanische Garten der Universität Tübingen und das Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ) an dieser Aktion. Die Aktion soll auf die Gefährdung vieler Nachtfalterarten aufmerksam machen und ist Teil der Langen Nacht der Wissenschaft in Halle.

Wiener Nachtpfauenauge

Wiener Nachtpfauenauge
Foto: André Künzelmann / UFZ

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Nachtfang von Nachtfaltern

Nachtfang von Nachtfaltern
Foto: Prof. Franz Oberwinkler / Uni Tübingen

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Totenkopfschwärmer

Totenkopfschwärmer
Foto: H. Bellmann

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Der überwiegende Teil der rund 3700 Schmetterlingsarten in Deutschland sind Nachtfalter. Trotzdem stehen sie immer noch im Schatten der bunten und beliebten Tagfalter. Zu unrecht, wie die Schmetterlingsforscher meinen. Denn die Nachtfalter haben eine wichtige Funktion in der Natur: Sie sind für viele Pflanzen die einzigen Bestäuber. Außerdem sind sie eine wichtige Nahrung für Vögel und Fledermäuse. Viele Nachtfalter gehören inzwischen zu den bedrohten Arten. Deshalb riefen ungarische und schweizer Schmetterlingsforscher die Europäischen Nachtfalternächte (European Moth Nights) ins Leben. Ihr Ziel: Nachtfalter öffentlichkeitswirksam präsentieren, um so auf deren Gefährdung hinzuweisen und Maßnahmen zu ihrem Schutz vorzustellen. Die Nachtfalter werden mit speziellem Licht angelockt, gefangen, bestimmt und anschließend wieder freigelassen. Die so gewonnenen Daten werden zentral gesammelt. Sie sollen helfen, einen Überblick zu bekommen: Welche Nachtfalterarten gibt es noch und wie groß sind die Populationen überhaupt?

Zur Langen Nacht der Wissenschaft in Halle stehen auf dem Gelände des Umweltforschungszentrums in der Theodor-Lieser-Straße Schmetterlinge im Mittelpunkt. Die Besucher können in einem begehbaren Biotop verschiedene Nachtfalter hautnah erleben. In Zuchtkästen sind die Raupen und Puppen zu beobachten. Außerdem gibt es Vorträge über die biologische Vielfalt, über das Tagfalter-Monitoring – Teil der gemeinsamen Aktion "Abenteuer Schmetterling" von ZDF, BUND und UFZ – und über den Totenkopfschwärmer. Ein Schmetterling, der vielen Menschen wegen seiner totenkopfähnlichen Zeichnung Angst einjagt – völlig grundlos, wie Dr. Matthias Hendrichs und Alexander Beiter vom Botanischen Garten der Universität Tübingen zeigen. Im Anschluss an den Vortrag werden die frisch geschlüpften Totenkopfschwärmer in den hallischen Abendhimmel entlassen.

Die biologische Vielfalt ist eines der Hauptforschungsthemen des UFZ. Zur so genannten Biodiversität gehören aber nicht nur die großen Tiere, sondern auch die winzigen unscheinbaren Lebewesen. Exponate ermöglichen deshalb einen Blick in die bunte Welt der Mikroorganismen – zu sehen in der Schwarzerde, dem Boden des Jahres 2005. Den fruchtbaren Schwarzerdeböden verdankt die Region zwischen Halle und Harz, dass sie eines der wichtigsten Landwirtschaftsgebiete Deutschlands ist. Ohne die in Böden vorhandene Artenvielfalt und deren Stoffwechsel wären Böden nicht das, was sie sind: Die Grundlage des Lebens als Nährstoff- und Rohstofflieferant.
Tilo Arnhold

Ort:

UFZ-Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle,
Theodor-Lieser-Straße 4,
06120 Halle
Anreise: Busshuttle 2 (Haltestelle: H.-Damerow-Straße)
Datum/Zeit: 1. Juli 2005, 19:00 bis 01:00 Uhr

Weitere Links:

Mehr zu den Nachtfaltern während der Langen Nacht der Wissenschaft in Halle unter
www.wissenschaftsnacht-halle.de/index.php?id=229

Mehr zur Europäischen Nachtfalternacht unter:

www.falternacht.de www.european-moth-nights.ch.vu

und beim deutschen Organisator der Nachtfalternacht Norbert Hirneisen
www.s2you.com/platform/monitoring/index.do

Weitere Information unter:

UFZ-Programm zur Langen Nacht der Wissenschaften 2005

und über

Dr. Karla Schneider / Joachim Händel
Martin-Luther-Universität Halle / Zoologische Sammlungen
Telefon: 0345 – 55 26 447
www.zoologische-sammlungen.uni-halle.de

Dr. Josef Settele
UFZ / Department Biozönoseforschung
Telefon: 0345 - 558 - 5320

Dr. Matthias Hendrichs / Dipl.-Biol. Alexander Beiter
Universität Tübingen / Botanischer Garten
Telefon.: 07071 - 29 – 78822

oder über

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ
Pressestelle
Tilo Arnhold / Doris Böhme
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E-mail: presse@ufz.de

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