Datenbank biologisch-ökologischer
Merkmale der Flora von Deutschland
Eine Kooperation von
&
 

Merkmale innerhalb der Gruppe: Blütenbiologie
 

Bezeichnung Beschreibung
Reproduktionstyp Die Reproduktion kann über Samen und/oder vegetativ erfolgen.
Typ der Samenproduktion Die Samenproduktion erfolgt entweder sexuell (amphimiktisch) oder apomiktisch. Bei Amphimixis vereinigt sich einer der beiden Spermakerne des Pollen mit der Eizelle zur diploiden Zygote, der andere vereinigt sich mit den Polkernen und bildet das Endosperm. Bei apomiktischer Fortpflanzung hingegen erfolgt zwar Samenbildung, die Eizelle entwickelt sich jedoch asexuell direkt aus diploidem Gewebe der Mutterpflanze (Bestäubung ist dennoch in den meisten Fällen nötig, s. Apomixistyp.).
Typ der Apomixis Apomiktische Samenentwicklung kann pseudogam oder autonom erfolgen. Bei Pseudogamie ist eine Bestäubung nötig, bei autonomer Apomxis ist für die Samenentwicklung keine Bestäubung nötig
Diklinie Räumliche Geschlechtertrennung. Die räumliche Anordnung der männlichen (Antheren) und weiblichen (Stigma) Blütenorgane auf eine oder mehrere Blüten oder Pflanzen.
Dichogamie Zeitliche Geschlechtertrennung. Die zeitliche Abfolge der männlichen (Pollenreife) und weiblichen (Empfänglichkeit der Stigmata) Blütenfunktion.
Heterostylie Heterostylie ist die Ausbildung von unterschiedlich langen Narben und entsprechend unterschiedlich langen Staubblättern an verschiedenen Typen der selben Pflanzenart. Heterostylie umfasst auf morphologischer Ebene neben unterschiedlichen Narben- und Filamentlängen häufig auch Pollengröße und Pollenoberfläche. Heterostylie ist meist mit Intramorph-Inkompatibilität verbunden und hat damit Bedeutung als Fremdbestäubungs-Mechanismus.
Selbst-Sterilität und Selbst-Inkompatibilität Vorhandensein und Stärke der Selbst-Inkompatibilität bzw. Selbststerilität. Selbst-Inkompatibilität (SI) ist definiert als die Unfähigkeit einer fruchtbaren zweigeschlechtlichen Pflanze, nach Selbstbestäubung Zygoten zu erzeugen. Es ist ein genetisch kontrollierter Mechanismus der Selbsterkennung und der Zurückweisung des eigenen Pollens vor der Befruchtung der Eizelle. Der ebenfalls häufig verwendete Begriff „Selbst-Sterilität“ bezeichnet ebenfalls die Unfähigkeit, nach Selbstbestäubung Nachkommen zu erzeugen, beinhaltet aber keinen spezifischen Mechanismus.
SI-Mechanismus Genetisch/physiologischer Mechanismus, der die Selbst-Inkompatibilität bewirkt.
Bestäubung - Pollenvektor Pollenvektor bzw. Art und Weise der Übertragung von Pollen auf die Narbe. Die Bestäubung wird hier unabhängig von der nachfolgenden Befruchtung betrachtet.
Befruchtungssystem Das Befruchtungssystem beschreibt die Herkunft der Gameten, durch deren Vereinigung Nachkommen erzeugt werden. Die Befruchtungssysteme der Pflanzen reichen von obligater Fremdbefruchtung (Xenogamie) über gemischte Befruchtung (fakultative Xenogamie, fakultative Autogamie) bis zur obligaten Selbstbefruchtung (Autogamie) und zur Automixis (nur Farne).
P/O Ratio Verhältnis von Anzahl Pollenkörner zu Anzahl Samenanlagen pro Blüte
Belohnung Angebot an Nektar, Pollen, Öl oder Täuschung in Blüten, mit dem Insekten zum Besuch angelockt werden
Blütenfarbe Blütenfarbe, z.T. auch eine mehr oder weniger detaillierte Beschreibung der Färbung sowie die Angabe der dominierenden Blütenfarbe.
UV-Reflexion der Blüte Blüten reflektieren häufig UV-Licht, das für die Blütenerkennung durch Insekten von Bedeutung ist. Häufig reflektieren Blüten und Blumen im zentralen Bereich UV-Licht schwächer als im peripheren, wodurch sich UV-Kontraste ergeben.
Blumenklassen Blumenklassen nach MÜLLER, H. (1881): Alpenblumen, ihre Befruchtung durch Insekten und ihre Anpassungen an dieselben. Leipzig 612 S.
Blumentyp Blumentyp nach KUGLER, H. (1970): Blütenökologie. 2. Aufl. - Jena (Gustav Fischer Verlag)
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